Bei den Nordeifel.Werkstätten erfüllen Beschäftigte mit Handicap Kundenwünsche bei der Lebensmittelabfüllung

Kall – „Als Erstes desinfizieren wir die Hände, wenn wir den Raum betreten“, berichtet eine Beschäftigte der Nordeifel.Werkstätten (NE.W) über ihre Arbeit am Standort Kall bei der Lebensmittelabfüllung. Die Arbeit mache ihr Spaß, sagt die Frau mit Handicap. Gerade ist sie dabei, Salz abzufüllen. Sie erklärt die einzelnen Schritte, wie wichtig Hygiene dabei ist und misst dann die erforderliche Füllmenge exakt ab.
„Wir können nicht in industriellem Maßstab Lebensmittel abfüllen“, sagt Torsten Beckmann, Betriebsleiter des NE.W-Standortes Kall, „wir haben zwar auch spezielle Füllmaschinen angeschafft, aber für unsere Menschen mit Behinderung sind händische Arbeiten sehr wichtig.“ Denn der größte Dienstleister für Menschen mit Behinderung im Kreis Euskirchen muss zwar wirtschaftlich arbeiten, die Förderung und Weiterqualifizierung der Beschäftigten steht aber an erster Stelle. Deshalb seien überschaubare Mengen und ein passender Zeitrahmen für die Umsetzung wichtig, um der Klientel beides bieten zu können: Teilhabe an Arbeit und Förderung der individuellen Fähigkeiten ohne ungesunden Druck.

Gruppenleiter Timo Strick: „Das Team unterstützt sich hervorragend gegenseitig.“ Wenn die Abläufe einmal gelernt seien, führten die Beschäftigten die Arbeit äußerst sorgfältig und mit Begeisterung aus. Im speziell für Lebensmittelabfüllungen zertifiziertem Raum ist es ruhig bis auf das Rieseln des Salzes und das Knistern der Verpackungen. Einer der Auftraggeber ist die Firma Blausalz Gourmet aus Mechernich-Satzvey, deren Geschäftsführung sich gezielt keine Großfirma mit Gewinnmaximierung als Partner ausgesucht hat, sondern mit ihrem Aufträgen soziale Verantwortung übernehmen möchte. Geschäftsführerin Olesja Bayat: „Die Menschen hier helfen uns, und wir helfen den Menschen, das finde ich wunderbar!“ Morteza Bayat schwärmt über die Aufmerksamkeit, mit der die Beschäftigten das Salz abfüllen. Das ist ihm wichtig, denn es geht nicht etwa um Tafelsalz, sondern beispielsweise um spezielle Steinsalze, die mit biozertifiziertem, blauen Spirulina und Bio-Rote-Beete-Saft aufgewertet werden.
Torsten Beckmann betont, mit wieviel Begeisterung, Kompetenz und Neugierde die Beschäftigten arbeiten: „Neben Salz füllen wir ja auch Öle und Kräuter ab. Wenn es etwa eine neue Kräutermischung gibt, versuchen die Beschäftigten über den Geruch herauszufinden, welche Kräuter enthalten sind.“ Sämtliche Standards würden selbstverständlich eingehalten und stetig kontrolliert. Auftraggeber sind herzlich eingeladen, sich selbst ein Bild vor Ort zu machen und mit den Beschäftigten ins Gespräch zu kommen. Weitere Infos unter: www.new-eu.de
NE.W füllt Lebensmittel ab – Eine Zusammenfassung
Die NE.W Kall füllen Salze, Kräuter und Öl ab.
Sauberkeit ist hierbei wichtig.
Torsten Beckmann ist Chef der NE.W Kall.
Er sagt: Es gibt Maschinen zum Abfüllen der Lebensmittel.
Wichtig ist aber bei uns die Arbeit mit den Händen.
Deshalb sind die Mengen zum Abfüllen kleiner.
Die Teilnehmer haben Zeit für das Abfüllen.
Sie sollen keinen Druck haben.
Herr Beckmann freut sich über die gute Arbeit der Teilnehmer.
Timo Strick ist Gruppen-Leiter.
Er sagt: Alle helfen sich gegenseitig.
Es ist ruhig bei der Arbeit.
Die Arbeit macht den Teilnehmern Spaß.
Eine Firma aus Satzvey ist Kunde.
Die Chefs der Firma sagen: Die Teilnehmer arbeiten sehr gut.
Das ist wichtig.
Denn das Salz ist ein Stein-Salz.
Das ist besonders.
Herr Beckmann sagt:
Neue Kunden können sich gerne alles anschauen.
Sie können auch mit den Teilnehmern sprechen.
Einfache Sprache von Jocelyne Kesten (NEW Kall)